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Was ist POAS und wie rechnest du ihn aus?
POAS steht für Profit on Ad Spend und sagt dir, wie viel Deckungsbeitrag jeder Werbe-Euro zurückbringt. Du teilst den Deckungsbeitrag vor Werbekosten durch die Werbekosten. Liegt das Ergebnis über 1,0, verdient Google Ads Geld. Liegt es darunter, zahlst du drauf, egal wie gut der ROAS aussieht.
Die Formel
POAS = Deckungsbeitrag vor Werbekosten ÷ Werbekosten Deckungsbeitrag vor Werbekosten = Netto-Umsatz nach Retouren − Wareneinsatz − Versand, Verpackung, Handling − Zahlungskosten
Der Deckungsbeitrag ist also das, was von einer Bestellung bleibt, bevor du die Werbung bezahlst. Fixkosten wie Gehälter, Miete oder Software gehören nicht hinein. POAS beantwortet eine einzige Frage: Lohnt sich der nächste Werbe-Euro, ja oder nein. Was nach den Werbekosten in Euro übrig bleibt, nennen wir DB3. Beide Kennzahlen gehören zusammen, POAS ist das Verhältnis, DB3 die Summe.
Rechenbeispiel mit runden Zahlen
Ein fiktiver Shop gibt in einem Monat 10.000 € für Google Ads aus und macht darüber 50.000 € Umsatz. Der ROAS liegt bei 5,0. Jetzt rechnen wir denselben Monat auf Gewinn.
| Umsatz brutto, Google-Ads-attribuiert | 50.000 € |
| Umsatzsteuer (19 %) | −7.983 € |
| Retouren (10 % vom Netto) | −4.202 € |
| Netto-Umsatz nach Retouren | 37.815 € |
| Wareneinsatz (35 %) | −13.235 € |
| Versand, Verpackung, Handling (7 %) | −2.647 € |
| Zahlungskosten (2 %) | −756 € |
| Deckungsbeitrag vor Werbekosten | 21.177 € |
| Werbekosten Google Ads | 10.000 € |
| POAS | 2,12 |
21.177 € geteilt durch 10.000 € ergibt einen POAS von 2,12. Jeder Werbe-Euro bringt 2,12 € Deckungsbeitrag zurück, also 1,12 € Gewinn nach Werbekosten. Als Summe sind das 11.177 € DB3 in diesem Monat. Jetzt derselbe Shop mit 50 Prozent Wareneinsatz statt 35: Der Deckungsbeitrag sinkt auf 15.504 €, der POAS auf 1,55, der DB3 auf 5.504 €. Gleicher Umsatz, gleicher ROAS 5,0, aber nur noch knapp die Hälfte des Gewinns. Genau diesen Unterschied sieht der ROAS nicht.
Mit deinen Zahlen durchrechnen: POAS-Rechner. Wie sich die Schwelle aus allen Kostenblöcken zusammensetzt, steht unter Break-even-ROAS berechnen, die ROAS-Formel selbst unter ROAS berechnen.
POAS, ROAS und MER: was die drei unterscheidet
ROAS teilt den Umsatz durch die Werbekosten. Er ist schnell gerechnet und steht in jedem Google-Ads-Konto, kennt aber keine Marge. Ein Produkt mit 55 Prozent Wareneinsatz und eines mit 30 Prozent sehen bei ROAS 3,0 identisch aus, obwohl das eine mit einem POAS von 0,82 Verlust macht und das andere mit 1,38 ordentlich verdient.
POAS teilt den Deckungsbeitrag durch die Werbekosten. Er zeigt pro Kampagne, pro Produktgruppe, pro Tag, ob die Werbung Gewinn bringt. Dafür brauchst du die Kosten pro Bestellung, nicht nur den Umsatz.
MER (Marketing Efficiency Ratio) teilt den Gesamtumsatz des Shops durch die gesamten Werbekosten aller Kanäle. Er ist die Gesamtsicht für die Geschäftsführung und fängt Effekte auf, die keine Attribution sauber zuordnet. Für die Steuerung einer einzelnen Kampagne ist er zu grob.
Wann du welche Kennzahl nimmst, steht ausführlich unter ROAS, POAS oder MER. Kurzfassung: ROAS zum Vergleichen mit der Vergangenheit, POAS zum Steuern der Gebote, MER zum Prüfen, ob die Summe aller Kanäle noch stimmt.
Break-even nach Marge
Der wichtigste Satz dieser Seite: POAS 1,0 ist immer der Break-even, egal welche Marge du hast. Beim ROAS ist das anders, dort verschiebt sich die Gewinnschwelle mit jedem Prozentpunkt Marge. Die Tabelle zeigt, ab welchem ROAS du bei welcher Deckungsbeitragsquote (Anteil des Deckungsbeitrags am Netto-Umsatz nach Retouren) die Gewinnschwelle erreichst. Die Rechnung dahinter: Break-even-ROAS ist 1 geteilt durch die Deckungsbeitragsquote.
| Deckungsbeitragsquote | Break-even-ROAS (entspricht POAS 1,0) |
|---|---|
| 20 % | 5,0 |
| 25 % | 4,0 |
| 40 % | 2,5 |
| 50 % | 2,0 |
| 60 % | 1,7 |
Die ROAS-Werte sind auf den Netto-Umsatz nach Retouren bezogen. Rechnest du mit dem Brutto-Umsatz, der in Google Ads steht, liegen sie entsprechend höher. Welchen POAS du anpeilst, hängt von deinem Ziel und deiner Phase ab und ist für jeden Shop anders. Wir legen ihn gemeinsam fest und kalibrieren monatlich nach, meist mit einem POAS-Ziel, einem Cost-Cap und einem Volumen-Ziel. Was das für deinen Shop heißt, klären wir im Baustein Google Ads Strategie und Kampagnenaufbau.
Ein höherer POAS ist nicht automatisch besser. Wer den Ziel-POAS zu hoch setzt, bekommt weniger Auktionen und damit weniger Gewinn in Summe, obwohl jeder einzelne Euro effizienter war. Das Ziel ist der höchste DB3, nicht der höchste POAS.
Typische Fehler beim Rechnen mit POAS
- Retouren vergessen. Ein Shop mit 25 Prozent Retouren bei Mode rechnet ohne Retouren einen POAS von 1,3 und liegt real unter 1,0. Retouren gehören vor den Deckungsbeitrag, nicht in eine Fußnote.
- Brutto statt netto. Google Ads zeigt den Conversion-Wert so, wie der Shop ihn sendet, oft inklusive Umsatzsteuer und Versandkosten. Beides ist kein Deckungsbeitrag.
- Eine Durchschnittsmarge für alles. Wenn Produkte zwischen 20 und 60 Prozent Marge liegen, führt eine pauschale 40 bei den teuren Produkten zu Verlusten und bremst die guten. Der Deckungsbeitrag muss pro Bestellung oder zumindest pro Produktgruppe an Google Ads gehen.
- POAS mit Faktoren aufhübschen. Wiederkauf, Abo oder ein Kundenwert über 90 Tage sind echte Argumente, aber als eigene Kennzahl mit eigenem Fenster, nicht als Faktor, der im Kopf auf den Kampagnen-POAS draufgerechnet wird. Sonst weiß nach drei Monaten niemand mehr, welche Zahl welche Annahme enthält.
- Zahlen aus verschiedenen Fenstern vergleichen. Ein POAS aus dem Tool mit 60 Tagen Rückblick und ein Kampagnen-POAS aus Google Ads mit Klick-Attribution sind zwei verschiedene Zahlen. Jede POAS-Angabe braucht Metrik, Zeitfenster und Attribution dazu.
- Zu früh nachjustieren. Nach einer Umstellung auf Gewinn-Werte braucht Smart Bidding Wochen, nicht Tage. Wer alle drei Tage das Ziel ändert, misst nur die Lernphase.
Was POAS in der Praxis verändert
Sobald Google Ads den Deckungsbeitrag statt des Umsatzes als Conversion-Wert bekommt, bietet Smart Bidding auf Gewinn. Produkte mit hoher Marge bekommen mehr Budget, Produkte mit dünner Marge weniger, ohne dass jemand händisch Gebote pflegt. Bei Sanoro ist der POAS so von 2,29 auf 3,58 gestiegen und der DB3 über Google Ads um 83 Prozent, bei annähernd gleichem Ad Spend (Q4 2025 gegen Q4 2024). Bei Mein Naturstein 24 ging der POAS von 1,35 auf 1,96, bei 46 Prozent mehr Bestellungen (zweites Halbjahr 2025 gegen zweites Halbjahr 2024). Beide Fälle mit Zeitraum und Definition stehen in den Fallstudien. Wie du die Marge als Stufe in den Feed bringst, um Produkte danach getrennt zu steuern, zeigt Google Shopping Feed nach Marge.
Ob dein Konto heute auf Gewinn oder nur auf Umsatz steuert, siehst du im Profit First Audit: Wir rechnen dein Google-Ads-Konto einmal komplett auf POAS und DB3 durch und zeigen, wo Marge liegen bleibt.
